40 Jahre STBV Was ist Torball?
40 Jahre STBV - Wenn Sport verbindet
Bereits 1977 spielten Teams in der Schweiz im Rahmen nationaler Meisterschaften um Titel und Ehren im Torball. Der in Deutschland in den1950er Jahren für Kriegsversehrte entwickelte Torballsport verbreitete sich in den 1970er Jahren in der Schweiz und erreichte die Anerkennung durch den Verband für Behindertensport. Ab der Gründung im Jahr 1986 engagierte sich die Schweizerische Torballvereinigung STBV für die Entwicklung dieses attraktiven Teamsportes im In- und Ausland. Die STBV entwickelte sich ab der Gründung kontinuierlich– sportlich ebenso wie menschlich. Was einst als Angebot für blinde und sehbehinderte Menschen begann, ist heute eine inklusive Bewegung mit Ausstrahlung über die Landesgrenzen hinaus.
Torball, ein dynamischer Mannschaftssport, bei dem Konzentration, Taktik und Teamarbeit gefragt sind, bringt heute Menschen mit und ohne Sehbeeinträchtigung zusammen. Besonders in den letzten zehn Jahren hat sich der Sport geöffnet und zu einem inklusiven Angebot weiterentwickelt, bei dem alle Beteiligten auf Augenhöhe mitspielen; Torball bietet allen Teilnehmenden die Chance, gemeinsam Sport zu erleben und zu betreiben.
Die Geschichte der Schweizerischen Torballvereinigung ist geprägt von Engagement und einer starken Gemeinschaft. In den 1990er- und 2000er-Jahren machten Schweizer Torballteams auch international auf sich aufmerksam: Sowohl Damen- als auch Herrenformationen gewannen mehrfach Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften auf Clubebene und mit den Nationalteams– ein klarer Beleg für das hohe sportliche Niveau in der Schweiz.
Doch der Wert von Torball zeigt sich nicht nur in Erfolgen und Resultaten, sondern auch in den vielen Begegnungen und gemeinsamen Erfahrungen. Heute steht die Schweizerische Torballvereinigung für gelebte Inklusion, sportliches Miteinander und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Im Juli 2026 blickt die Vereinigung auf 40 Jahre zurück – mit Dankbarkeit, Freude und mit Offenheit für alle, die sich für diesen besonderen Sport interessieren.
Torball in der Schweiz – seit 1986.
Festschrift von STBV-Präsident Pietro Londino
40 Jahre STBV, Wenn Sport verbindet
Festansprache zum Gala-Abend
STBV World Masters 2026, Sargans
Geschätzte Ehrengäste
Liebe Torballerinnen und Torballer
Liebe Trainerinnen und Trainer
Liebe Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter
Liebe Helferinnen und Helfer
Liebe Freundinnen und Freunde des Torballs
Heute Abend feiern wir nicht einfach ein Jubiläum.
Wir feiern eine Idee.
Eine Idee, die vor 40 Jahren begann.
Eine Idee, die Menschen zusammengebracht hat, Grenzen überwunden hat und Generationen geprägt hat.
Wir feiern 40 Jahre Schweizerische Torballvereinigung.
Als sich am 21. Juni 1986 im Bahnhofbuffet Olten einige engagierte Menschen trafen und die Schweizerische Torballvereinigung gründeten, ahnte wohl niemand, welche Geschichte daraus entstehen würde.
Heute, vier Jahrzehnte später, dürfen wir mit Stolz sagen:
Diese Geschichte hat Spuren hinterlassen.
In Turnhallen.
In Vereinen.
In Freundschaften.
In Familien.
Und vor allem in den Herzen vieler Menschen.
Die STBV wurde gegründet, um den Torballsport in der Schweiz zu fördern.
Heute steht sie für weit mehr.
Für Gemeinschaft.
Für Chancengleichheit.
Für Begegnungen.
Für gelebte Inklusion.
Und für die Überzeugung, dass Menschen gemeinsam stärker sind als allein.
Wenn wir auf die vergangenen 40 Jahre zurückblicken, sehen wir eine beeindruckende Erfolgsgeschichte.
Unsere Nationalmannschaften haben die Schweiz auf die internationale Landkarte des Torballs gesetzt.
Bereits 1989 gewann die Schweiz den ersten Europacup für Nationalmannschaften.
Ein weiterer Höhepunkt folgte mit einer aussergewöhnlichen Serie:
Die Herren wurden Europameister in den Jahren 1989, 1991 und 1993, drei Titel in Serie, die den Schweizer Torball nachhaltig auf höchstem Niveau etablierten.
1990 wurden unsere Damen Weltmeisterinnen.
Ein besonderer Meilenstein war die Europameisterschaft 1993 in Glarus.
Organisiert unter der Leitung von Fritz Bolliger, wurde dieser Anlass zu einem Grossereignis, das weit über den Sport hinausstrahlte.
Ein Rahmenprogramm, das keine Wünsche offenliess, eine perfekte Organisation und eine Atmosphäre, die bis heute in Erinnerung geblieben ist, machten dieses Turnier zu einem historischen Moment des Schweizer Torballs.
Unvergessen bleibt auch Magglingen 2015.
Vor heimischem Publikum gewannen die Schweizer Herren den Titel und schenkten dem Schweizer Torballsport einen jener Momente, die man nie vergisst.
Momente, die zeigen, was möglich wird, wenn Talent, Leidenschaft und Teamgeist zusammenkommen.
Doch Torball wird nicht nur von Nationalmannschaften geschrieben.
Torball wird in den Vereinen gelebt.
Dort, wo Woche für Woche trainiert wird.
Dort, wo Freundschaften entstehen.
Dort, wo junge Spielerinnen und Spieler ihre ersten Erfahrungen sammeln und Routiniers ihr Wissen weitergeben.
Und wenn wir auf die Schweizer Meisterschaften blicken, erkennen wir Vereine, die ganze Epochen geprägt haben.
Der BSC Zürich ist mit elf Meistertiteln der erfolgreichste Herrenverein der Schweizer Meisterschaftsgeschichte.
Bei den Damen setzte der TC Baar mit zwölf Schweizer Meistertiteln über viele Jahre den Massstab.
Ein prägender Teil dieser Erfolgsgeschichte war auch Robi Fuchs.
Als Trainer des erfolgreichen Damen-Teams des TC Baar verstand er es, seine Spielerinnen nicht nur sportlich, sondern auch menschlich zu führen.
Oft wirkte er dabei nervöser als seine Spielerinnen selbst, doch genau diese Mischung aus Ehrgeiz, Herzblut und ruhiger Klarheit machte ihn zu einem Coach, der Teams nicht nur zum Sieg führte, sondern zu einer Einheit formte.
Namen wie Basel, Appenzell, Bern, Zürich, Baar, Blackflash Bern, Gloria Bern, Amriswil oder Heidiland haben die Geschichte unseres Sports entscheidend geprägt.
Jeder dieser Vereine hat seine eigenen Geschichten geschrieben.
Jeder hat Menschen hervorgebracht, die den Torballsport weitergetragen haben.
Ein besonderes Kapitel gehört dabei dem TC Heidiland, gegründet im Jahr 2007 von Barbara Bösiger und ihrem Ehemann Roy Bösiger im Herzen des Heidilands in Bad Ragaz.
Barbara Bösiger hat diesen Verein mit viel Herzblut, pädagogischem Gespür und unermüdlicher Energie aufgebaut und geprägt.
Sie ist eine jener Persönlichkeiten, die nicht nur organisieren, sondern Menschen zusammenbringen, mit einer stillen Entschlossenheit, die Wirkung entfaltet, ohne je laut sein zu müssen.
Gemeinsam mit Roy Bösiger entstand so ein Verein, der bis heute fest in der Schweizer Torballlandschaft und in dieser Region verankert ist.
Doch jede Generation schreibt ihre eigenen Kapitel.
Und wenn wir über die letzten 15 Jahre sprechen, dann führt kein Weg an einem Verein vorbei.
TB Glarus 11.
Viele von uns erinnern sich noch an das 25-Jahr-Jubiläum der STBV.
Damals wurde über die Zukunft gesprochen.
Über Nachwuchs.
Über neue Ideen.
Über Inklusion.
Über die Frage, wohin sich unser Sport entwickeln könnte.
Einige Menschen gingen damals nach Hause und machten aus diesen Gedanken Realität.
Sie gründeten TB Glarus 11.
Was daraus entstanden ist, verdient grössten Respekt.
Die grünen Drachen haben sich in kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten Vereine der Schweiz entwickelt.
Sie gewannen Schweizer Meistertitel.
Sie feierten internationale Erfolge.
Sie förderten Jugendliche.
Sie bauten Frauen- und Herrenteams auf.
Und sie wurden zum Vorbild für eine neue Generation von Torballerinnen und Torballern.
Doch ihr grösster Erfolg lässt sich nicht in Medaillen messen.
TB Glarus 11 lebt etwas, das für die Zukunft unseres Sports von zentraler Bedeutung ist:
Inklusion.
Nicht als Schlagwort.
Nicht als Projekt.
Sondern als Selbstverständlichkeit.
Menschen mit und ohne Sehbehinderung trainieren, spielen, reisen, gewinnen und verlieren gemeinsam.
Genau so sieht gelebte Inklusion aus.
Und genau so haben sich viele die Zukunft des Torballs vorgestellt.
Liebe Gäste
Natürlich war nicht alles einfach.
Wir dürfen stolz sein.
Aber wir dürfen auch ehrlich sein.
Die Nachwuchsförderung bleibt eine Herausforderung.
Und auch der Frauen-Torball hat schwierige Jahre erlebt.
Es gab Zeiten, in denen keine Damen-Schweizermeisterschaften durchgeführt werden konnten.
Umso schöner ist es, dass wir in dieser Saison wieder vier Frauenteams am Start hatten.
Das ist mehr als eine Zahl.
Das ist Hoffnung.
Denn jede Spielerin, jeder Spieler und jedes neue Team zeigt uns:
Die Geschichte unseres Sports ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.
Liebe Torballfamilie
Eine Organisation lebt nicht von Reglementen.
Nicht von Sitzungen.
Nicht von Statuten.
Sie lebt von Menschen.
Von Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Von Menschen, die Ideen haben.
Von Menschen, die bleiben, wenn es schwierig wird.
Und von diesen Menschen hat der Schweizer Torballsport viele hervorgebracht.
Da ist zum Beispiel Karl Rüegsegger.
Viele Jahre galt Karl als der älteste aktive Torballspieler der Schweiz.
Und wer ihm auf dem Spielfeld begegnete, wusste schnell:
Alter und Erfahrung sind im Torball zwei völlig verschiedene Dinge.
Wer dachte, Karl sei leicht zu schlagen, wurde nicht selten eines Besseren belehrt.
Denn er verstand sein Handwerk wie kaum ein anderer.
Heute steht Karl nicht mehr aktiv auf dem Spielfeld.
Doch wer glaubt, er habe sich vom Torball verabschiedet, irrt gewaltig.
Noch immer kommt er regelmässig ins Training, verfolgt das Geschehen aufmerksam und schaut mit seinem geschulten Auge zum Rechten.
Vielleicht ist genau das das Geheimnis unserer Torballfamilie:
Man hört irgendwann auf zu spielen.
Aber man hört nie auf, Torballer zu sein.
Oder denken wir an Lisbeth Bolliger.
Generationen von Spielerinnen und Spielern erinnern sich an ihren Pfiff.
Ein einziger Ton genügte, und sofort begann das grosse Nachdenken:
«Was habe ich jetzt wieder falsch gemacht?»
Früher folgte oft die bange Frage:
«Hatte ich die Hände wirklich am Boden?»
Heute hat sich das Reglement zwar verändert und die Hände dürfen den Boden berühren.
Doch eines ist geblieben:
Die richtige Warteposition muss nach wie vor eingehalten werden.
Und irgendwie hatte man bei Lisbeth immer das Gefühl, dass ihr nichts entgeht.
Noch bevor man selbst wusste, dass man einen Fehler gemacht hatte, hatte sie ihn bereits gesehen.
Oder zumindest geahnt.
Was alle Spielerinnen und Spieler aber immer wussten:
Hinter ihrer Konsequenz standen Fairness, Fachwissen und eine beeindruckende Leidenschaft für unseren Sport.
Über Jahrzehnte hinweg hat sie den Schweizer Torballsport geprägt, mit der Pfeife in der Hand und dem Torball im Herzen.
Und dann gibt es Menschen wie Thom Kraus.
Während andere darüber nachdachten, wie man Torball in der Schweiz weiterentwickeln könnte, stellte Thom eine viel grössere Frage:
«Warum nicht Torball in die USA bringen?»
Gesagt. Getan.
Mit viel Mut, Kreativität und einer grossen Portion Abenteuergeist entstand das Projekt «Torball goes West».
Und als wäre das nicht genug, entwickelte Thom später auch noch ein System zur automatischen Acht-Sekunden-Messung.
Ein echter Torball-Pionier.
Oder wie man in der Schweiz sagt:
Einer, der Probleme nicht erklärt, sondern löst.
Liebe Freunde
Es sind Menschen wie sie, die den Charakter unseres Sports prägen.
Menschen, die Ideen haben.
Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Menschen, die andere mitziehen.
Und genau solche Menschen ehrt die STBV seit über drei Jahrzehnten mit dem Torballfördererpreis.
Seit 1993 wird diese besondere Auszeichnung an Personen, Vereine, Institutionen oder Organisationen verliehen, die sich nachhaltig um den Torballsport verdient gemacht haben.
Zu den Preisträgern zählen Funktionäre, Trainer, Jugendförderer, Vereine und langjährige Wegbegleiter.
Menschen, die oft im Hintergrund wirken und gerade deshalb unverzichtbar sind.
So durfte beispielsweise TB Glarus 11 bereits wenige Jahre nach seiner Gründung mit dem Torballfördererpreis ausgezeichnet werden.
Eine Anerkennung für aussergewöhnliches Engagement, für Nachwuchsarbeit und für gelebte Inklusion.
Und manchmal schreibt der Torballsport Geschichten, die man sich nicht ausdenken könnte.
Im Jahr 2014 durfte die STBV den damaligen CEO der SBB, Andreas Meyer, mit dem Torballfördererpreis ehren.
Nicht weil er selbst Torball spielte.
Sondern weil die Schweizer Bahnen seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass unzählige Torballerinnen und Torballer rechtzeitig zum Training, zu Meisterschaften und zu internationalen Turnieren gelangen.
Ich weiss nicht, wie viele tausend Kilometer Torball-Geschichte auf den Schienen der SBB zurückgelegt wurden.
Aber eines wissen wir sicher:
Ohne die SBB wären wohl manche Schweizer Meisterschaften etwas später angepfiffen worden.
Und vielleicht zeigt gerade diese Geschichte etwas Wesentliches:
Erfolg entsteht nicht nur auf dem Spielfeld.
Er entsteht überall dort, wo Menschen ihren Beitrag leisten.
Da sind Menschen, die den Schweizer Torball über Jahrzehnte geprägt haben.
Menschen wie Andy Freiermuth, dessen Name seit vielen Jahren für Verlässlichkeit, Beständigkeit und Nachwuchsförderung steht.
Menschen wie Ivo Kaltenrieder, der mit unermüdlichem Einsatz den Torball in Zürich und darüber hinaus mitprägt.
Menschen wie Karl Rüegsegger, Lisbeth Bolliger und Fritz Bolliger, die den Sport über Jahrzehnte mitgeprägt haben – auf dem Spielfeld, als Schiedsrichterin und als prägende Führungsfigur der ersten Stunde.
Gerade Fritz Bolliger als erster Präsident und heutiger Ehrenpräsident steht sinnbildlich für die Wurzeln, Kontinuität und die Innovation unserer Vereinigung.
Menschen wie Barbara Bösiger und Max Bolliger, und viele, viele weitere, die mit Herzblut, Wissen und Leidenschaft diesen Sport getragen haben.
Menschen wie Mohamed, der mit seiner Präsenz und seinem Humor dem Torball eine besondere Leichtigkeit gibt.
Menschen wie all jene Trainerinnen und Trainer, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, Funktionärinnen und Funktionäre, die Woche für Woche im Hintergrund wirken und dafür sorgen, dass unser Sport überhaupt möglich ist.
Und genau diese Menschen sind das Fundament der STBV.
Diese beiden, Barbara und Roy Bösiger, prägen den Torballsport nicht nur seit Jahrzehnten im Verein und in der Nachwuchsarbeit, sondern sind auch beim STBV WORLD MASTERS 2026 in Sargans massgeblich beteiligt. Ergänzt wird der leitende Ausschuss namentlich durch Ramona Bolliger, Max Bolliger und mir.
Mit diesen prägenden Persönlichkeiten der Schweizer Torballszene entstand ein lebendiges OK, das aus einem eigens gegründeten, vereinsübergreifenden Zusammenschluss aller Teams hervorgegangen ist.
Den Vorsitz dieses Organisationskomitees führt der einheimische Unternehmer Markus Bonderer.
Unterschiedliche Persönlichkeiten, ein gemeinsames Ziel!
In den vergangenen Jahren ist eine weitere besondere Auszeichnung hinzugekommen.
Die «La Mano d'Oro».
Die goldene Hand.
Sie zeichnet nicht ein Amt aus.
Nicht ein Projekt.
Nicht eine Funktion.
Sondern sportliche Exzellenz.
Sie ehrt jene Spielerin oder jenen Spieler, die oder der während eines Jahres auf besondere Weise überzeugt hat.
Durch Leistung.
Durch Fairness.
Durch Ausstrahlung.
Durch Vorbildfunktion.
Mit Viktor Boxler, Jonas Nawrocki, Andy Rüdisüli und Barbara Bösiger durften bisher vier Persönlichkeiten diese Auszeichnung entgegennehmen.
Vier Namen.
Vier Geschichten.
Vier Botschafter unseres Sports.
Liebe Gäste
Wenn wir heute auf die vergangenen 40 Jahre zurückblicken, sehen wir Titel und Medaillen.
Wir sehen Weltmeisterinnen.
Europameister.
Schweizer Meister.
Wir sehen erfolgreiche Vereine.
Wir sehen grosse Turniere.
Doch wenn wir ehrlich sind:
Nicht die Titel allein machen diese Geschichte besonders.
Es sind die Menschen dahinter.
Die Freundschaften.
Die Begegnungen.
Die Reisen.
Die Siege.
Die Niederlagen.
Die Erinnerungen.
Und die Geschichten, die man sich noch Jahrzehnte später erzählt.
Wir denken heute auch an diejenigen, die nicht mehr unter uns sind.
Ganz besonders an Thomas Hähni.
Spieler.
Organisator.
Visionär.
Mitgründer von TB Glarus 11.
Sein Engagement wirkt bis heute weiter.
Manche Menschen verlassen die Bühne.
Aber ihre Spuren bleiben.
Liebe Torballfamilie
Wenn wir heute hier in Sargans zusammenkommen, feiern wir nicht nur die Vergangenheit.
Wir feiern die Gegenwart.
Und wir feiern die Zukunft.
Vielleicht sitzt heute Abend die nächste Nationalspielerin im Saal.
Vielleicht der nächste Schweizer Meister.
Vielleicht die nächste Präsidentin der STBV.
Vielleicht jemand, der heute zum ersten Mal mit Torball in Berührung kommt und in zehn Jahren sagt:
«Damals in Sargans hat alles begonnen.»
Vor vierzig Jahren träumten einige Pioniere davon, Torball in der Schweiz dauerhaft zu etablieren.
Heute empfangen wir Teams aus ganz Europa zu einem internationalen Grossanlass.
Was für ein Weg.
Was für eine Entwicklung.
Was für eine Geschichte.
Und ich bin überzeugt:
Das Beste liegt nicht hinter uns.
Sondern vor uns.
Wenn wir weiterhin Menschen begeistern.
Wenn wir weiterhin Brücken bauen.
Wenn wir weiterhin mutig bleiben.
Dann wird die STBV auch in Zukunft bestehen.
Nicht wegen ihrer Statuten.
Nicht wegen ihrer Geschichte.
Sondern wegen ihrer Menschen.
Und wenn wir eines aus diesen vier Jahrzehnten gelernt haben, dann dies:
Ein Ball kann ein Spiel ins Rollen bringen.
Aber Menschen bringen eine Bewegung ins Rollen.
Danke, dass ihr Teil dieser Bewegung seid.
Danke für euren Einsatz.
Danke für eure Leidenschaft.
Danke für eure Freundschaft.
Danke für 40 Jahre STBV.
Auf den Torballsport.
Auf die Inklusion.
Auf die Gemeinschaft.
Auf die nächsten 40 Jahre.
Herzlichen Dank.
Und bleiben wir auch in Zukunft:
Gemeinsam am Ball.
Was ist Torball?
Torball ist ein Mannschaftssport, der für blinde und sehbehinderte Personen entwickelt wurde, aber auch durch sehende Personen gespielt wird. Die Torballspielerinnen und -spieler sind ausschließlich auf das Gehör angewiesen. Alle tragen eine lichtundurchlässige Dunkelbrille, damit Chancengleichheit zwischen Spielern mit und ohne Sehrest besteht.
Das Spielgerät ist ein akustischer Ball, der mit Glöckchen im Innern versehen ist. Durch sein Geräusch können ihn Athletinnen und Athleten jeweils orten. Ein Spiel dauert 2 x 5 Minuten. Die Zeit wird in gewissen Situationen angehalten, so z. B. nach einem Tor, bei Auswechslungen, Strafwürfen, Penalties usw.
Fakten:
- Das Torballfeld hat Abmessungen von 7 x 16 m, wobei die 7 m lange Grundlinie zugleich die Torlinie darstellt.
- Das Tor hat eine Höhe von 1.30 m.
- Vor beiden Toren befinden sich die Mannschaftsräume von 6 x 7 m, in denen sich die Aktiven aufhalten und die sie nicht verlassen.
- Die Mannschaftsräume sind gegen vorne durch die 40cm hohen, quer über das Spielfeld gespannten und mit Glöckchen versehenen Leinen begrenzt. Eine gleiche dritte Schnur ist analog zu den beiden andern über die Mittellinie gespannt. Der Ball darf die drei Leinen weder berühren noch überspringen.
- Die drei vor dem Tor angebrachten Teppichmatten dienen den Spielerinnen und Spielern zur räumlichen Orientierung.
- In einer Mannschaft sind maximal drei SpielerInnen auf dem Spielfeld im Einsatz. Sie halten sich in ihrem Mannschaftsraum auf. Sie sind einerseits Verteidiger, umgehend aber auch Angreifer.
Der Spielgedanke besteht darin, dass die angreifende Mannschaft versucht, den 500g schweren Ball mit der Hand unter den Leinen hindurch, an der abwehrenden Mannschaft vorbei ins Tor zu spielen. Die verteidigende Mannschaft bemüht sich, den Ball abzuwehren, um dann sofort selber in den Angriff überzugehen und ein Tor zu erzielen. Der Ball muss spätestens acht Sekunden, nachdem ihn eine Mannschaft unter Kontrolle gebracht hat, auf die gegnerische Seite gespielt werden.